
Wir kommen am Abend mit der Propeller Maschine von Myanmar Airlines am Flughafen der 4 Millionen Metropole Yangon an. Die offizielle Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel beträgt 1:30Stunden! Ups, das Lenkrad ist rechts und Rechtsverkehr!? Der sieht doch nix?! Unser „Kamikazen“ Fahrer schafft die Strecke stolz in 40 Minuten! Ich spreitze mich hinter dem Fahrer ein, Peter meint, hier brauchst du starke Nerven! Sicherheitsgurte, Geschwindigkeitsbegrenzungen geschweige denn Verkehrsregeln sind scheinbar Fehlanzeige! Komischerweise fährt in Yagon jeder Auto, kein einziges Moped oder Tuk Tuk zu sehen, komplett anders als wir es bisher in Südostasien erlebt haben?! Mopeds sind aufgrund der vielen Unfälle und der fehlenden Krankenversicherung nicht erlaubt! Ok, beschlossen ist beschlossen! Entgegen der Einbahnstrasse kommen wir heil an! Noch ein Bier und ein gut´s Nächtle!
„Myanmar – Ein Land erwacht“. So lautete der Titel eines Reisemagazins, den ich vor drei Jahren interessiert gelesen habe. Schon in der Schule las ich begeistert den Bestseller von Georg Orwell „Tage in Birma“ !
Myanmar, da will ich hin! Aber wie wird das hier sein, in einem Land, fast 30 Jahre von einer Militär-Junta beherrscht, ein Land, das eine so lange Zeit der Isolation hinter sich hat? Nachdem das Militär 1988 die Demokratiebewegung unterdrückt hatte, hängte ein internationaler Wirtschaftsboykott Myanmar vom Rest der Welt ab. Technologisierung, Globalisierung – die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gingen an Myanmar in großen Teilen vorbei. Zur Rückständigkeit verdammt fiel das Land über Jahrzehnte aus der Zeit und war für Touristen – wenn überhaupt – nur schwer zugänglich. Erst seit ein paar Jahren hat die neue Regierung die Türen für ausländische Besucher und Investoren weiter geöffnet. Jeden Monat kommen nun immer mehr westliche Touristen wie wir und stoßen auf ein Land, das sich endlich ins 21. Jahrhundert katapultieren will.
Selten sind uns in Asien so offene, liebenswürdige und balancierte Menschen begegnet. „Mingalabar!“, „Hello!“ rufen sie uns zu und winken eifrig, Alte und Junge, Männer und Frauen, vom Moped aus, an der Straße stehend, am Markt, im Tempel, überall. Wir winken lächelnd zurück! Alle sind noch so unverbraucht, liebenswert und neugierig zugleich.
Yangon(früher Ragoon) Unser erster Eindruck: Die Stadt gefällt uns nicht wirklich! Es ist heiß, chaotische Verkehrsverhältnisse kurz vorm kollabieren, schmutzig, nichts für schwache Geruchsnerven, die Bürgersteige voll belagert mit Garküchen, Verkaufsständen aller Art.Neue Betonbauten mit großen Fensterfronten zwischen Bambushütten, überall halb verfallene Kolonialhäuser aus der guten alten Zeit, Baustellen über Baustellen und Hotelpreise total überzogen im Vergleich zum Standard. Wir sind direkt in der Altstadt im „Hotel51„für 50 USD die Nacht untergebracht. Die Menschen sprechen entweder kein oder schlechtes Englisch. Und trotzdem funktioniert die Kommunikation. Sie geben sich ganz viel Mühe und helfen uns schliesslich auch unsere Weiterreise zu organisieren! Alles wird gut…
Es gibt natürlich auch die andere Seite: Die Regierung hat von heute auf morgen beschlossen den Linksverkehr auf rechts umzustellen! 99% der Fahrzeuge werden nach wie vor rechts gesteuert, da die Autos hauptsächlich aus Japan importiert werden. Korruption?? Keine Autoversicherung, keine Krankenversicherung aber irgendwie geht´s auch ohne! Die ganze Stadt ist im Umbruch von der Vergangenheit in die Zukunft! Erste Plakate werben für westliche Produkte, Hotels und Restaurants werben mit „Free Wifi“. Dafür wären sie vor nicht allzulanger Zeit ins Gefängnis gewandert. Smartphones sind weit verbreitet und erschwinglich. Jeder tippt und wischt…Bis vor ein, zwei Jahren war die Anzahl der SIM-Karten limitiert, der glückliche Käufer wurde per Lotterie bestimmt und musste dennoch umgerechnet stolze 600 Euro bezahlen. Für die zumeist armen Birmesen unmöglich. Jetzt wir alles etwas leichter, so scheint es zumindest….
Wir besuchen „Die Shwedagon Pagode„das größte Heiligtum Birmas und Wahrzeichen des ganzen Landes. Barfuß erkunden wir die atemberaubende Tempelanlage . 2500 Jahre alt soll die Pagode sein. Mit Tonnen von Gold und Tausenden Edelsteinen geschmückt, ist sie ein erhabener Ort der Ruhe, der Besinnung der Meditation. Und das, obwohl den ganzen Tag über reger Betrieb herrscht: Hier sitzen Gläubige im Gebet versunken, dort sitzen welche einfach nur so da oder halten ein erholsames Mittagsschläfchen, wieder woanders fegt gerade jemand die Plattform, was als gute Tat gilt. In einigen Hallen lagern sogar ganze Familien mitsamt Picknickkorb. Was wir besonders interessant finden, sind die Verehrungen der Buddhastatuen: Eine Frau stellt ein Tablett mit Früchten, Reis und einen Pappbecher mit neongelbem Getränk vor den „Geburts-Buddha“. Heißt: Je nach Wochentag, an dem man geboren wurde, begibt man sich in die entsprechende Ecke und verehrt den dort sitzenden Buddha. Wir setzen uns eine ganze Zeit lang vor den „Tuesday-Corner“ und schauen zu, wie die Statue von den Dienstagssgeborenen gewaschen wird. Immer wieder tauchen sie kleine Becher in einen Wassertrog und begießen den Buddha. Es herrscht eine schöne entspannte Stimmung und wir geniessen den Ort der Besinnung bis uns der Hunger treibt.
Tag 3 in Myanmar:
Mit dem Bus starten wir für die nächsten 5 Stunden Richtung Norden in das ca. 200 km entfernte Städtchen „Toungoo“ Außer uns zwei reisen keine weiteren Touristen in diesen Ort! Ständig winken weitere Fahrgäste die wir am Straßenrand aufgabeln. Vorbei an Straßenbaustellen, wo Frauen und Männer in der größten Hitze mit kleinen Bambuskörben Steine transportieren, in Blechtonnen den Straßenteer anrühren und wie die Ameisen werken.
Der Busfahrer lässt uns freundlicherweise kurz vor der Stadt aussteigen, nachdem wir Ihm anhand eines Zettels mit dem Namen unserer Unterkunft unser Ziel erklärt haben. Koffer raus und schon war der Bus auch schon weg!
Wir wollen zur Abwechslung mal keine Pagoden, Tempel oder Klöster anschauen sondern ein noch aktives Elefantencamp besuchen.
Übernachtet wird im „Myanmar Beauty Guesthouse II-IV„. Dort melden wir uns gleich für die Tour in den „Ye Sein Bago Yoma Nationalpark“an. Es bedarf einer vorigen Genehmigung durch die Behörden! Morgen geht’s los!