Bago Yoma Elephant Camp

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#BagoYoma, # Elephantcamp#Tongoo

Wecken 5:00 Uhr früh, Frühstück im Halbschlaf und erstmal ab auf den Markt, um Proviant für unser Mittagessen einzukaufen. Schon ein Erlebnis vor Sonnenaufgang sich unter die lachenden Einheimischen Marktfrauen zu mischen! Ich liebe solche Märkte! Da stehe ich gerne so früh auf! Am Straßenrand wird der Müll durch ein offenes Feuer verbrannt! Es riecht wie in einer Räucherkammer, nicht unbedingt die umweltfreundlichste Methode den Müll zu entsorgen!

Farmer transportieren auf Ihren Ochsenkarren lange Bambusstangen  entlang der Straße Richtung Markt.
Unser Guide „Pongue“ begleitet uns heute und erzählt uns viel über die Rodung der Wälder, die Holzarten und ihre Verwendung. Vom Bambus, Teakholz und Eisenholz. Leider sind weite Bereiche des Boga Yoma Urwalds bereits stark gerodet.
Circa 3000 Elefanten leben noch in Myanmar und sind staatliches Eigentum. Die Arbeitstiere werden im schwierigen Gelände eingesetzt. Hier ist der Einsatz von Maschinen nicht möglich, da keine Straßen in die Wälder führen und der Bau unökonomisch wäre.
Wir fahren somit 2,5 Stunden durch das Gebirge bis zu einem 300 Einwohner Dorf. Dort winkt uns der Vorsteher des Camps schon zu. Barfuss geht’s durch traumhaftes Dschungelgelände, einzigartiger Vegetation durch den Flusslauf links und rechts Bäume, die bis in den Himmel reichen! Wir sind begeistert und faziniert! Nach gut einer Stunde kommen wir im Camp an und die Mahouds (Treiber) und Ihre Familien begrüssen uns freundlich und mustern uns erstmal. Wir entdecken die ersten Elefanten im Schatten. Der Reis köchelt am offenen Feuer und alle kauen auf Ihren „Beetel“ rum. Die Region um Tongoo ist berühmt wegen seiner Arecapalmen. Der Frucht, die Bettelnuss, wird im ganzen Land gekaut. Eingepackt in ein grünes Blatt, bestrichen mit einer Art Kautschukpaste! Grinzend zeigen Sie Ihre rotgefärbten Zähne und irgendwann wir der rote Dreck wieder ausgespuckt! Eckelig!!!! Zur Begrüssung verfüttern wir ein paar Bananen an die Tiere! So schnell können wir garnicht schauen wie geschickt sie mit dem Rüssel die leckeren Früchte komplett vertilgen!
Das erste Mal fasse ich einen Elefanten an, wir dürfen beim Waschen eines Dickhäuters am Fluss mithelfen. Wir sind ganz nah dran! Gemeinsam gehen wir mit zwei Mahouds und Ihren Tieren ins schwere Gelände. Absolut erstaunlich wie einfühlsam die Beziehung zwischen Mensch und Tier funktionieren kann! Wir beobachten genau die Umgangsweisse und das innige Verhältnis des Treibers und seinem Elefanten. Hier wird durch die Elephant Foundation sozialer Umgang gelebt!
Unbeschreiblich wie sich solch ein Tier durch das Gelände kämpft und wie geschickt sein Treiber auf seinem Rücken das Tier dirigiert! Kein ungefährliches Unterfangen! Die Elefanten ziehen tonnenschwere Baumstämme durch den dicht bewachsenen Dschungel. Das wertvolle Holz kracht laut in die Tiefe und reißt umliegendes Gehölz gnadenlos mit! Hier werden Urkräfte freigesetzt! Wow, so einen Einsatz hautnah zu erleben! Wir bringen uns in Sicherheit! Um 12 Uhr ist Schluss mit der Schwerstarbeit, dann wird’s zu heiß. Unser Elefant ist bereits gesattelt und auf dem Rücken des Tieres bewegen wir uns flussaufwärts. Völlig trittsicher und souverän erreichen wir das nächste Camp! Ganz schön hoch auf dem Rücken des Tieres! Wir genießen die Umgebung und das Drumherum. Zum Schluss gibt’s zur Belohnung die restlichen Bananen! Gut gemacht, Dicker! Gegen 14 Uhr machen wir uns auf den Rückweg, denn auch wir verspüren ordentlich Appetit! Im Ort wartet bereits die Köchin! Es gibt frisches Gemüse mit Kartoffeln vom Markt, Hühnchen, Reis! Super lecker! Geschafft, glücklich und zufrieden fahren wir durchs Gebirge wieder zurück zu unserem Gasthaus. Der erlebnisreiche Ausflug war nicht billig aber jeden Cent wert! Ein wunderbarer Tag geht mit einem Gesangsabend mit den jungen Angestellten und dem Chef des Gasthauses Dr. Chan Aye zu Ende! Wir fallen müde ins Bett! Gut das wir hier waren!

Tongoo: Bevor wir am Abend mit dem Nachtbus zum Inle See weiterreisen, schauen wir uns noch die Stadt an! Wir radeln in der Mittagshitze los. Uns überholen Einheimische auf dem Moped und drehen sich neugierig nach uns um! Viele Touristen kommen hier nicht vorbei! Peter kommt sich vor, wie auf einem anderen Planeten! Wir holpern durch die Straßen, besuchen kurz den Markt und suchen vergebens nach einem ansprechenden Lokal. Hier ist nichts verschönt, absolut authentisch aber auch für uns grenzwertig! Wir fühlen uns in einer komplett anderen Welt und beschließen bald wieder den Rückweg zum Gasthaus! Um 20 Uhr gehts für 9 Stunden über die Berge nach Nyaung Shwe am Inle See. Mal schaun ob wir ein Auge zukriegen?!

 

 

2 Gedanken zu “Bago Yoma Elephant Camp

  1. Der einzigartig, profihaft geschriebene Bericht bringt uns ins Schwärmen.
    Wir können weit weg, natürlich nur erahnen, welche Begegnungen, Eindrücke und Erlebnisse ihr fast täglich hautnah erlebt.
    Diese zweieinhalb monatige Reise wird euch in „allen Richtungen“ auch noch lange danach begleiten und beflügeln.
    Als Resüme` wird man sagen…..Alles richtig gemacht ….

    In den noch verbleibenden 8 Tagen wünschen wir euch noch alles Gute und eine reibungslose Rückreise.

    viele liebe Grüße -ute u. willi-

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  2. Liebe Eltern,
    danke für Euren motivierenden Kommentar! Freuen uns immer wieder von Euch zu hören. Sonnige Grüsse vom Ngapali Beach in Myanmar.
    Bald sind wir wieder zu Hause….
    Kussi aus der Ferne
    Annette & Peter

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